
In der Schifffahrt sind Frachtumschläge in der Regel mit stark frequentierten Häfen und Terminals verbunden. Wussten Sie jedoch, dass einige der wichtigsten Umschläge auf hoher See stattfinden und dafür nur zwei Schiffe ausreichen? Diese flexible Methode entlastet die Häfen und verbessert die Abläufe. Schiff-zu-Schiff-Umschläge (STS) können jedoch knifflig sein. Sie müssen sorgfältig geplant werden und strenge Sicherheitsvorkehrungen treffen.
In diesem Leitfaden nutzen wir unser umfassendes Wissen über die Schifffahrtsbranche und unsere Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit zahlreichen Schifffahrtskunden, um die Details von STS-Transfers zu erläutern. Wir behandeln die wesentlichen Prozesse, Risiken und Sicherheitsaspekte von STS. Egal, ob Sie neu bei STS sind oder Ihr Wissen erweitern möchten, dieser Leitfaden hilft Ihnen, diese Transfers sicher und effektiv durchzuführen.
Was ist eine Schiff-zu-Schiff-Übertragung?
Unter Ship-to-Ship (STS)-Transfer versteht man den Vorgang, bei dem Fracht zwischen zwei Schiffen umgeladen wird, entweder während diese stillstehen oder sich langsam nebeneinander bewegen.
Diese Methode wird häufig für den Transport von Flüssigkeiten wie Rohöl, Flüssiggas (LPG oder LNG), Chemikalien und sogar Schüttgut, Ausrüstung oder Personal. Allein im Jahr 2022 werden mehr als 460,000 STS-Operationen wurden weltweit durchgeführt.
STS-Operationen werden so durchgeführt, dass die Schiffe eine relative Ruhe bewahren können, ähnlich dem, was in der Physik als „Relativbewegung“ bezeichnet wird.
Dieser Ansatz bietet erhebliche Flexibilität und Effizienz beim Frachttransfer, insbesondere in Gebieten, in denen herkömmliche Hafenanlagen fehlen oder zu überlastet sind.

Warum ist ein Frachttransfer von Schiff zu Schiff erforderlich?
STS bietet eine effizientere Lösung für den Frachttransfer mit mehreren wichtigen Vorteilen, je nach Situation:
1. Handhabung komplexer Sendungen:
STS eignet sich besonders für den Umschlag von Fracht, die in einem regulären Hafen schwer zu handhaben ist. Große Schiffe wie Tanker und Gastanker transportieren möglicherweise Massengüter, die in bestimmten Häfen nicht aufgenommen werden können. STS ermöglicht die Umverteilung der Fracht auf spezialisierte Transportschiffe und optimiert so den Warenfluss.
2. Kosten- und Zeitersparnis:
Sowohl für Häfen als auch für Schiffe trägt der STS-Betrieb dazu bei, Staus zu reduzieren und Zeit und Kosten zu sparen. Schiffe vermeiden hohe Liegegebühren und minimieren die Verweildauer an Terminaldocks, da die Fracht direkt an Standorte in der Nähe von Produktions- oder Verbrauchspunkten umgeladen werden kann.
3. Überwindung von Portbeschränkungen:
Da die Transportschiffe immer größer werden, können bestimmte sehr große Schiffe (wie VLCCs, ULCCs und VLOCs) aufgrund von Liegeplatzgrößen oder Tiefgangsbeschränkungen möglicherweise nicht in Standardhäfen anlegen. STS ermöglicht diesen Schiffen die Entladung ihrer Ladung auf kleinere Schiffe oder Lastkähne, die Zugang zu Hafenanlagen haben.
4. Notfallsituationen:
Im Falle eines mechanischen Defekts, einer Kollision oder einer Strandung können STS-Transfers dazu beitragen, die Ladung auf ein anderes Schiff umzuladen, den Tiefgang zu reduzieren oder die Bergung des Schiffes zu unterstützen. Dies trägt nicht nur zur Schadensminimierung bei, sondern gewährleistet auch eine pünktliche Ladungslieferung.
Arten von STS-Operationen
Frachttransfer
Bei der häufigsten Art des STS-Betriebs werden große Mengen an Schüttgut, Flüssigkeiten oder Containerfracht zwischen Schiffen umgeladen. Dies geschieht typischerweise durch Schüttgutkräne, Greiferkräne und Förderbänder. Offshore-Krane Bei Bedarf werden auch Hebekompensationen eingesetzt, um einen reibungslosen und sicheren Transfer zu gewährleisten.
Personal- und Crewtransfer
Diese Art von STS-Betrieb wird verwendet, um Personen zwischen Schiffen zu bewegen, beispielsweise bei Besatzungswechseln, der Ankunft von Fachkräften oder bei Notevakuierungen. Dies wird typischerweise mit Gangways, Lotsenleitern, Personenkränen, persönliche Körbe, und kleine Boote oder Tender für den sicheren und effizienten Personentransport.
Ausrüstungstransfer
Beim Gerätetransfer werden Werkzeuge, Vorräte, Ersatzteile oder kleine Frachtstücke zwischen Schiffen transportiert. Dieser Vorgang wird in der Regel mit Kränen an Bord der Schiffe durchgeführt und ist auf Offshore-Schiffen mit Hebevorrichtungen üblich.
STS-Kraftstofftransfer
Dieser Vorgang bezieht sich auf den Transfer von Kraftstoffen wie LNG, Bunkerkraftstoff und anderen Kraftstoffarten zwischen zwei Schiffen. Der Transfer erfolgt typischerweise über Schiffskraftstoffschläuche und wird häufig auf Tankern, Offshore-Versorgungsschiffen, Bohrschiffen und Ölplattformen durchgeführt.
Offshore-Bunkering
Offshore-Bunkern ist eine spezielle Art des STS-Betriebs, bei dem Treibstoff für den Eigenverbrauch auf ein Schiff umgeladen wird, typischerweise mithilfe von Bunkerschiffen oder Treibstofftankern. Diese Methode ist entscheidend für Langstreckenreisen, bei denen ein Auftanken im Hafen nicht möglich ist.
LNG-Schiff-zu-Schiff-Transfer
Der LNG-Transferprozess ähnelt dem Heizöltransfer, erfordert jedoch spezielle kryogene Systeme. Da LNG unter -160 °C gelagert werden muss, ist bei diesem Vorgang sorgfältige Handhabung erforderlich, um Lecks zu vermeiden, die zu schneller Verdampfung, Feuer oder Explosion führen können.
Transferbereich
Der Schiff-zu-Schiff-Übergabebereich (STS) ist ein ausgewiesener Ort – typischerweise auf offener See oder in geschützten Gewässern –, an dem zwei Schiffe sicher längsseits kommen, um Fracht, Ausrüstung oder Personal zu übergeben. Die Auswahl des geeigneten Bereichs ist entscheidend für Sicherheit, Effizienz und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Der Standort sollte ausreichend Platz bieten, in der Regel mindestens 10 Seemeilen klares Wasser, ausreichend Tiefe für beide Schiffe und ausreichend Kielfreiheit.
Sichere STS-Transferbereiche befinden sich typischerweise abseits stark befahrener Schifffahrtswege, seichter Gewässer, Offshore-Anlagen und ökologisch sensibler Zonen. Der Bereich sollte Schutz vor starkem Wind, Wellen und Strömungen bieten und einen minimalen Wellengang – in der Regel unter 3 Metern – aufweisen, um Schiffsbewegungen und Kollisionsrisiken zu reduzieren. Gute Sicht, zuverlässiger UKW-Funk und AIS-Empfang sowie ungehinderter Zugang für Schlepper oder Rettungsschiffe sind ebenfalls unerlässlich.
Der Transferbereich kann je nach Einsatz entweder verankert oder treibend sein. In jedem Fall muss er jedoch von den zuständigen Behörden genehmigt werden und den MARPOL-, SOLAS- und lokalen Vorschriften entsprechen. Die sorgfältige Berücksichtigung der Seebedingungen, der Verkehrsdichte, der Wassertiefe und des Notzugangs gewährleistet einen sichereren und effizienteren STS-Transfer.

STS-Übertragungsprozess

STS-Operationen sind sorgfältig geplante Übergaben auf See, die zahlreiche Sicherheitskontrollen beinhalten. Der allgemeine Prozess umfasst die folgenden Schritte:
1. Planung – Die beiden Schiffe einigen sich auf die zu transportierende Ladung, den Treibstoff oder das Personal und besprechen den Ort und die Sicherheitsvorkehrungen.
2. Positionierung – Die Schiffe nähern sich einander auf See oder vor Anker, oft mit Hilfe von Schleppern, um die Stabilität zu wahren.
3. Festmachen – Die Schiffe werden mit schweren Seilen aneinander befestigt, um ein Abdriften zu verhindern. Zwischen den Schiffen werden Fender angebracht, um Stöße während des Vorgangs abzufedern.
4. Anschließen – Schläuche, Kräne oder Schiffsgangways werden abhängig davon eingerichtet, ob Treibstoff, Fracht oder Personal transferiert wird.
5. Transfer – Die Fracht, der Treibstoff oder das Personal werden in kontrolliertem Tempo zwischen den Schiffen transportiert, um während des gesamten Vorgangs Sicherheit und Genauigkeit zu gewährleisten.
6. Abkoppeln – Sobald die Übertragung abgeschlossen ist, werden Schläuche oder Gangways entfernt und die Schiffe losgebunden.
7. Abfahrt – Die Schiffe trennen sich und setzen ihre jeweilige Reise fort, womit der Vorgang abgeschlossen ist.
Schiff-zu-Schiff-Transferzeit
Ein STS-Vorgang umfasst mehrere Phasen, und die Gesamtzeit ergibt sich aus der Summe der einzelnen Phasen. Die Dauer wird in der Regel ab der Ankunft des Schiffes im Transferbereich berechnet, der oft als „Liegeplatz“ bezeichnet wird.
Die Gesamtdauer eines Schiff-zu-Schiff-Transfers (STS) kann je nach verschiedenen Faktoren erheblich variieren, aber ein typischer Transfer – insbesondere bei großen Ladungen wie Rohöl – dauert in der Regel zwischen 12 und 36 Stunden.
STS-Ausrüstung
Alle an STS-Operationen beteiligten Schiffe müssen über eine vollständige und gut gewartete Ausrüstung verfügen. Ihr Personal muss umfassend geschult und in deren Bedienung kompetent sein. Zur unverzichtbaren Ausrüstung gehören:
- Kotflügel: Primär- und Sekundärkotflügel sowie Polster zum Aufprallschutz.
- Festmacherausrüstung: Winden, Festmacherleinen/-drähte und andere zugehörige Werkzeuge.
- Ausrüstung zum Frachtumschlag: Schläuche, Schlauchsättel und Schiffskräne für einen effizienten Frachtumschlag.
- Sicherheits- und Zusatzausrüstung: Leckerkennungssysteme, Alarme und Steuergeräte.
- Weitere wichtige Werkzeuge: Kommunikationsgeräte, Ausrüstung zur Ölbekämpfung und Feuerlöschgeräte.

STS-Risikowarnung
Schiff-zu-Schiff-Operationen (STS) bergen erhebliche Risiken, bei denen selbst kleine Versäumnisse schwerwiegende Folgen haben können. Im Folgenden haben wir die kritischen Risiken aufgeführt, die bei einer STS-Operation zu beachten sind:
Schiffskontakt- und Kollisionsrisiken
Der häufigste Vorfall bei STS-Operationen ist die Berührung oder Kollision zwischen Schiffen beim Manövrieren nebenher oder beim Ablegen. Ursachen sind unter anderem zu hohe Annäherungsgeschwindigkeit, falsche Annäherungswinkel, mangelnde Kenntnis der Wetter- oder Gezeitenbedingungen und das Nichteinhalten eines konstanten Kurses oder einer konstanten Geschwindigkeit.
Missverständnisse zwischen Schiffen, unerwartetes Gieren eines vor Anker liegenden Schiffes und Geräteausfälle – wie Motor- oder Ruderanlagendefekte – tragen ebenfalls zu Unfällen bei. Bei rauer See können Schiffe zusammenrollen, was zu einem Kontrollverlust führen kann. Eine falsche Platzierung der Sekundärfender ohne Berücksichtigung von Tiefgang oder Freibordänderungen kann dazu führen, dass gefährdete Bereiche ungeschützt und schadensanfällig werden.
Dynamische Positionierungsfehler, hydrodynamische Wechselwirkungseffekte und eine Fehlkoordination der Schlepper erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen zusätzlich.
Schlauchintegrität und Handhabungsrisiken
Schläuche, die bei STS-Operationen verwendet werden, müssen speziell für die zu transportierende Ladung ausgelegt sein und Industriestandards wie EN1765, BS1435 und OCIMF-RichtlinienDie Verwendung beschädigter oder abgelaufener Schläuche kann zu Undichtigkeiten oder Brüchen führen. Unsachgemäße Handhabung – wie Verdrehen, Einklemmen, Ziehen über scharfe Kanten oder Überschreiten des Mindestbiegeradius – schwächt die Schlauchintegrität.
Regelmäßige Inspektionen (alle 12 Monate) sind unerlässlich. Werden Schlauchverbindungen nicht überprüft, kann es zu Öllecks kommen. Bei LNG-Transfers erhöhen kryogene Temperaturen die Sprödigkeit der Schläuche und erhöhen so die Ausfallwahrscheinlichkeit. Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehören der Einsatz von Hose-in-Hose-Systemen (HiH) zur sekundären Eindämmung und Druck-/Temperatursensoren mit automatischer Abschaltung.
Brennbare Dämpfe stellen bei der Öl- oder Gasförderung eine Brand- oder Explosionsgefahr dar. Die IMO-Vorschriften schreiben Inertgassysteme vor, die den Sauerstoffgehalt unter 8 % halten, isolierende Flanschsätze zur Vermeidung elektrostatischer Funken und ein striktes Verbot von Heißarbeiten während der aktiven Förderung.
Umweltrisiken
STS-Operationen bergen naturgemäß Umweltrisiken, wie z. B. Öl- und Chemikalienunfälle, die zu erheblicher Verschmutzung führen können. Unzureichende Maßnahmen bei Ölunfällen oder fehlende Notfallplanung können den Schaden verschlimmern. Verschiedene Frachtarten bergen besondere Umweltgefahren:
Rohöl: Entzündlich, bildet lang anhaltende Ölteppiche und schädigt das Meeresleben und die Wirtschaft an den Küsten.
Erdölprodukte (z. B. Diesel, Düsentreibstoff): Entzündlich und giftig, kann aber schneller verdunsten, was eine Kontaminationsgefahr darstellt.
Flüssiggase: Erzeugen explosive Dampfwolken und stellen eine kryogene Gefahr für das Personal dar, obwohl sie sich im Wasser schnell auflösen.
Gefährliche Chemikalien: Diese Chemikalien sind hochgiftig, ätzend oder reagieren mit Wasser. Sie können gefährliche Gase freisetzen, die sowohl die Gesundheit der Meere als auch die der Menschen beeinträchtigen.
Risiken im Zusammenhang mit Fendern und Festmacherausrüstung
Fender sind entscheidend, um Schiffsschäden bei STS-Operationen zu verhindern. Probleme entstehen durch unzureichende oder falsch platzierte Fender, insbesondere in gefährdeten Rumpfbereichen. Primärfender sollten alle zwei Jahre geprüft werden, während sowohl Primär- als auch Sekundärfender vor dem Einsatz einer Sichtprüfung unterzogen werden sollten.
Schwache Festmacherausrüstung erhöht das Risiko. Minderwertige Leinen, verschlissene Winden oder unsachgemäß gewartete Beschläge können zu Leinenbrüchen und Kontrollverlust führen. Zudem sind Festmacherleinen ohne Kunstfaserenden oder hochmodulige Kunststoffseile weniger in der Lage, Stoßbelastungen zu absorbieren, was zu Instabilität führt.
Unsachgemäßes Festmachen, wie z. B. zu straffes Festmachen der Leinen oder falsches Ankern, kann die Stabilität von Schiffen beeinträchtigen und zu Kollisionen führen. Unerfahrene Besatzungen oder unzureichende Aufsicht, insbesondere bei schlechtem Wetter, verschlimmern diese Risiken zusätzlich.
Risiken für die Sicherheit des Personals
Bei STS-Operationen sind die Besatzungsmitglieder zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Unfälle sind häufig auf menschliches Versagen, mangelnde Kommunikation, unzureichende Ausbildung und Übermüdung zurückzuführen. Eine ordnungsgemäße Planung, Risikobewertung und Sicherheitsmaßnahmen sind daher unerlässlich.
Zu den Risiken zählen das Überbordfallen beim Personentransport, die unzureichende Verwendung persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Transporte zu nahe an Umschlagplätzen. Unfälle an Bord – wie Ausrutschen, Stolpern, Stürze oder Quetschungen – sind häufig. Auch das Reißen von Festmacherleinen kann tödliche Verletzungen verursachen.
Besatzungsmitglieder können während des Transfers gefährlichen Substanzen wie Öl, Chemikalien oder Dämpfen ausgesetzt sein. Beim Umgang mit entzündlichen Produkten ist die Brand- und Explosionsgefahr besonders hoch. Weitere Risiken sind übermäßiger Lärm, vibrationsbedingte Ermüdung, Hitzestress oder Unterkühlung bei extremen Wetterbedingungen sowie beengte Räume mit Sauerstoffmangel oder toxischer Atmosphäre.
Regulatorische und Planungsrisiken
Eine ordnungsgemäße Planung und Einhaltung der Vorschriften sind für die sichere und effiziente Durchführung von STS-Operationen unerlässlich. Die Nichteinhaltung internationaler, nationaler oder lokaler Vorschriften – beispielsweise das Fehlen eines genehmigten STS-Operationsplans oder die Nichtbenachrichtigung der lokalen Behörden – kann zu rechtlichen Sanktionen und Verzögerungen führen.
Ein unvollständiger oder veralteter STS-Plan erhöht das Betriebsrisiko, da fehlende Verfahren, Ladung, Ballastvorkehrungen oder Notfallmaßnahmen zu Unfällen führen können. Die Person in Overall Advisory Control (POAC) muss über die erforderlichen Qualifikationen und Befugnisse verfügen, um unsichere Vorgänge zu überprüfen und zu beenden.
Für jede Phase – vor der Ankunft, Anfahrt, Anlegen, Umladen, Fertigstellung und Loslegen – müssen gründliche Risikobewertungen durchgeführt werden. Dabei sind die Schiffskompatibilität, die Anlegemöglichkeiten und die Navigationssicherheit zu berücksichtigen. Abweichungen von genehmigten Plänen oder bewährten Branchenpraktiken erhöhen die Fehlerwahrscheinlichkeit.
Werden die Behörden nicht ordnungsgemäß benachrichtigt und die erforderlichen Genehmigungen nicht eingeholt, kann dies zu Geldbußen, Strafen oder Betriebsverzögerungen führen. Darüber hinaus macht eine unzureichende Notfallplanung für Wetteränderungen, Geräteausfälle oder Ölverschmutzungen den Betrieb anfällig für unvorhergesehene Ereignisse.
Was sind Dark-STS-Transfers?
Ein „Dark STS Transfer“ bezeichnet eine verdeckte Schiff-zu-Schiff-Operation, bei der Schiffe ihre Ortungssysteme (AIS) absichtlich deaktivieren, um unentdeckt zu bleiben. Diese Operationen sind unbefugt, illegal und hochriskant.
Schiffe, die im Dunkeln für den STS-Transfer eingesetzt werden, gehören oft zur sogenannten „Schattenflotte“, die typischerweise unter Billigflaggen und mit unklaren Eigentümern operiert. Diese Schiffe sind oft nicht ausreichend versichert und gewartet und werden häufig für illegale Aktivitäten wie den Transport von Öl oder Schwarzmarktwaren eingesetzt.
Indem sie ihren Standort und die Herkunft ihrer Ladung geheim halten, umgehen diese Schiffe Sanktionen, Vorschriften und Hafenbehörden. Diese Geheimhaltung birgt erhebliche Gefahren: Schlecht gewartete Schiffe riskieren katastrophale Ölverschmutzungen, für deren Beseitigung keine Mittel zur Verfügung stehen. Zudem erhöhen ihre unsichtbaren Operationen die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen und gefährden damit umliegende Schiffe.

Doppelbanking
Während die meisten STS-Operationen nur zwei Schiffe umfassen, ist es auch möglich, dass drei Schiffe gleichzeitig operieren. Diese Praxis wird als „Double Banking“ oder „Drei-Schiff-Operation“ bezeichnet. Dies ist jedoch nicht üblich und wird aufgrund der deutlich höheren Sicherheitsrisiken im Vergleich zu Standard-Transfers mit zwei Schiffen generell nicht empfohlen.
Bei einer Doppelbank-Anordnung wird ein größeres „Mutterschiff“ (z. B. ein großer Tanker oder eine FSRU) mit zwei kleineren „Tochterschiffen“ daneben vertäut, die typischerweise in einer T- oder Y-förmigen Formation angeordnet sind. Obwohl diese Methode gelegentlich für bestimmte Zwecke – wie LNG-Transfers von einer FSRU oder militärische Nachschublieferungen – eingesetzt wird, macht die Nähe der Schiffe die Schiffsbewegungen und das Anlegen deutlich komplexer und gefährlicher.
Aufgrund der unberechenbaren Wasserkräfte, des erhöhten Kollisionsrisikos und der Herausforderungen beim Manövrieren auf engstem Raum sind für derartige Operationen außergewöhnliche Planung, die Genehmigung durch Experten und Fachkenntnisse erforderlich, weshalb sie in der kommerziellen Schifffahrt selten sind.

STS-Anforderungen und Best Practices
STS-Operationen müssen den neuesten Transferrichtlinien entsprechen und von den Hafenbehörden genehmigt werden – ja, das ist mit einigem Papierkram verbunden. In der Regel müssen Sie alles mindestens 48 Stunden im Voraus einreichen. Der Transferbereich sollte über ausreichend Wassertiefe, stabile Seebedingungen und eine Echtzeit-Wetterüberwachung verfügen. Bei Windgeschwindigkeiten über 25 Knoten sollten die Operationen unterbrochen werden, und die Schiffe sollten einen Abstand von 3–10 Metern einhalten.
Vor dem Start sollten die Art der Ladung, die damit verbundenen Gefahren und die Sicherheitsvorkehrungen allen Besatzungsmitgliedern klar erklärt werden. Zwischen den Schiffen muss ein zuverlässiger Kommunikationskanal mit Backup-Systemen eingerichtet werden. Der Kapitän des Schiffes und der ernannte STS-Koordinator oder Superintendent sind in der Regel für die Gesamtkontrolle verantwortlich.
Während des Manövers müssen die Schiffe ihre genaue Position und Stabilität beibehalten, gegebenenfalls mit Unterstützung von Schleppern. Das liefernde Schiff sollte sich mit weniger als 0.5 Knoten nähern und sich in einem Abstand von 30 bis 50 Metern parallel ausrichten.
Die gesamte STS-Ausrüstung – wie Fender, Schläuche und Festmacher – muss von Klassifikationsgesellschaften zertifiziert, regelmäßig geprüft, inspiziert und ordnungsgemäß gewartet werden. Ein Notfallplan sollte vorhanden sein, mit rechtzeitig bereitgestellter Ausrüstung zur Leckagebekämpfung (Sperren, Skimmer) und griffbereiten Feuerlöschern. Die Notfallbereitschaft sollte 30 Minuten nicht überschreiten.
Beim Umfüllen von Kraftstoff müssen die Schläuche nach dem Abklemmen mit Inertgas oder Wasser gespült werden, um Restladungen zu entfernen.
Checkliste für Schiff-zu-Schiff-Transfers
Eine Ship-to-Ship (STS)-Übergabecheckliste ist ein standardisiertes und wichtiges Dokument, das die Sicherheit und Effizienz jedes STS-Vorgangs gewährleistet. Studien zeigen, dass fast 80 % der STS-Vorfälle auf die Nichteinhaltung der Checkliste zurückzuführen sind, was ihre entscheidende Bedeutung unterstreicht.
Die Checkliste beschreibt alle notwendigen Verfahren, Kontrollen und Vorsichtsmaßnahmen, die vor, während und nach dem Umladen von Ladung zwischen zwei Schiffen zu beachten sind. umfassende STS-Checkliste ist normalerweise in Abschnitte unterteilt, wie zum Beispiel:
- Kontrollen vor der Ankunft und vor dem Anlegen
- Liegeplatz- und Festmachkontrollen
- Frachttransferprüfungen
- Kontrollen nach der Übergabe und beim Ablegen
- Notfallmaßnahmen
Die Checkliste sollte auch Kontaktinformationen zu Rettungsdiensten und Behörden enthalten. Die Person in Overall Advisory Control (POAC) und der Kapitän jedes Schiffes sind für die Überwachung der Checkliste verantwortlich, während die leitenden Besatzungsmitglieder die relevanten Abschnitte ausfüllen. Es werden zwei Kopien angefertigt: Das Original verbleibt als interne Aufzeichnung an Bord, ein Duplikat wird der Zentrale zur Prüfung vorgelegt.
An Land kommen während STS-Operationen
Sie fragen sich vielleicht, was passiert, wenn zwei Schiffe vor der Küste einen Schiff-zu-Schiff-Frachtumschlag (STS) durchführen und das Personal Frachtproben oder Dokumente an Land bringen muss.
In diesen Situationen Tenderboote werden häufig verwendet. Diese kleinen, vielseitigen Boote ermöglichen den sicheren Transfer von Personal von den größeren Schiffen zum Ufer. Tenderboote sind in der Regel geschlossen, um die Besatzung zu schützen und sicherzustellen, dass sie während des Transfers nicht nass wird.
Für einen sicheren Betrieb ist es jedoch wichtig, günstige Wetterbedingungen und ruhige See sicherzustellen. Darüber hinaus sollten die Besatzungsmitglieder, die mit dem Ein- und Ausschiffen kleiner Boote befasst sind, entsprechend geschult sein, um diese Vorgänge sicher durchführen zu können.
Zusammenfassung
Damit ist unser Leitfaden abgeschlossen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein erfolgreicher STS-Betrieb von der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen einem professionellen STS-Dienstleister, zuverlässiger Ausrüstung, einem qualifizierten Festmacher und den beteiligten Schiffen abhängt. Mit entsprechender Vorbereitung ist der Prozess unkompliziert und effizient.
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